Blogger, die keine waren I – Karl Kraus
13.06.09

Oder: LL vs. KK (2. Versuch)
Bereits im Krausjahr 2007 hatte ich vor, mir die gesamte „Fackel“ reinzuplanen und darüber zu bloggen:
Pünktlich zum Krausjahr (71. Todestag, bzw. 133. Geburtstag) hat die Österreichische Akademie der Wissenschaften die komplette »Fackel« digitalisiert und online gestellt.
Grund genug für die Brigade, die sich als legitimer Nachfolger der Fackel versteht, das Krausjahr mit gelegentlichen Bonmots des Meisters zu begleiten. Ich werde mir also innerhalb des nächsten Jahres die »Fackel« komplett reinplanen, als kleiner Vorlauf zu dem Lektüreblog, das ich dereinst einmal anlegen werde.
So möge denn die Fackel in einem Lande leuchten, in welchem – anders als in jenem Reich Karls V. – die Sonne niemals aufgeht (FACKEL I, 1; S. 3).
Wie so viele Dinge scheiterte dieses Projekt an Überambitioniertheit. Damals wollte ich über ein Jahr jeden Tag eine Ausgabe der Fackel lesen und darüber schreiben. Völlig irre. Der neue Vorsatz: Bei Gelegenheit mal etwas über Ausgaben, die ich überflogen habe, schreiben, und das, solange es mir Spaß macht. Der Hintergrund: Ich interessiere mich für die Geschichte der Offline-Blogger. Kraus brachte das Vermögen seiner Familie durch mit seiner eigenen Zeitschrift und schuf so nebenher eines der ersten politischen Watchblogs, wie man heute sagen würde. Und ist es nicht schön zu sehen, dass, was damals Werk eines absolut privilegierten Exzentrikers war, heute jedermann möglich ist, nämlich seine kleine Privatpublikation zu haben?
Der zweite Teil dieser Reihe wird eine Beschäftigung mit Laurence Sterne sein, aber alles zu seiner Zeit.
Tags: 1899, Bdkw, Die Fackel, Kraus, Lektüre

